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Der Schimmelreiter bei Jettenburg
Eine mündliche Überlieferung aus Jettenburg
Der Schimmelreiter kam früher oft durch den Wald und durch das Feld bis nach Jettenburg geritten und erschreckte viele Leute. Einmal in der Nacht kam er als Pudel zu einem Schäfer, setzte sich auf den Pferchkarren und bellte in einem fort. Als hierauf der Schäfer aus seiner Schlafhütte stieg und nach dem Pudel schlug, so sprang derselbe mitten unter die Schafe in den Pferch, also, dass sie alle ausbrachen und davonliefen, indem er sie die halbe Nacht im Feld herumjagte. Auf einmal ist sein Schimmel dahergekommen, und da hat er sich in seiner eigentlichen Gestalt darauf gesetzt, hat laut gelacht und ist fortgeritten. Der Schäfer aber war in großer Not wegen seiner Schafe. Als es indes Tag wurde und er sie zählen konnte, waren alle wieder vollständig beisammen.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
