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sagen:sagenschwaben108

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Der Teufel in Schwäbisch-Hall

  Eine mündliche Überlieferung aus Hall

Während ein Salzsieder in Hall einmal bei Nacht siedete, erschien ihm der Teufel und steckte durch einen Spalt in der Wand des Haalhauses seine gewaltig lange Nase und sagte zum Sieder: »Ist dees nit a Noose?« Der Sieder darauf nicht faul, füllte sogleich ein Gefäß mit siedenem Wasser und schüttete dies dem Teufel auf die Nase und sprach: »Ist dees nit a Guuß?«

Worauf der Teufel den Salzsieder packte und ihn über den Kocher auf den Gänsberg warf und hinwiederum fragte: »Ist dees nit a Wuuref?« Das alte Halles oder Siedhaus, in welchem dies geschehen, hieß daher bis auf die neueste Zeit das »Geisterhalles«. Es stand hinter dem Schulhaus, da wo jetzt ein kleiner Garten angelegt worden war. Übrigens sagen einige, dieser Geist, der den groben Sieder über den Kocher geworfen hat, sei nicht der Teufel, sondern der bekannte Haalgeist gewesen.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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