<<< vorherige Sage | Kapitel 2 | nächste Sage >>>
Irreführende Geister 1
Eine mündliche Überlieferung aus Rotenburg
Im Winter 1846 fuhr ein Mann aus Rotenburg Dünger auf seinen Acker, der etwa eine halbe Stunde von Rotenburg entfernt lag, in der Richtung nach Hirschau zu. Als er aber heimfahren wollte, so führte ein fremdes kleines Männlein seinen Wagen hin und her, und wie er auch fluchen und drohen und sich anstrengen mochte, es half ihm nichts, er musste nachgeben. So kam er erst am anderen Morgen um fünf Uhr in Rotenburg wieder an, wo er nachmittags zuvor um vier Uhr ausgefahren war.
Überhaupt wird man auf dem Weg zwischen Rotenburg und Hirschau häufig von Geistern irregeführt. Ein glaubwürdiger und des Wegs sehr wohl kundiger Mann aus Niedernau, der abends neun Uhr von Tübingen abging, konnte erst nachts um zwei Uhr nach Rotenburg kommen, obwohl er durchaus nüchtern war.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
