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Sagen vom Huzenbacher See 3
Mündliche Überlieferungen aus Huzenbach
Ein alter Mann aus Schönmünznach (Schönmünzach), namens Bernet, schnitt in seiner Jugend einmal Weiden am Huzenbacher See. Es war gerade ein schöner Tag und die Sonne hat so hell und lieblich geschienen, da sah er plötzlich einen Tisch aus dem See heraufsteigen, der war halbrund und hatte drei Füße und stand ganz ruhig auf dem Wasser wie auf festem Boden. Nachdem er lange verwundert den Tisch betrachtet hatte, schnitt er weiter einige Weiden ab. Als er aufsah, bemerkte er ganz deutlich, dass ein purpurrotes Tuch über den Tisch gedeckt wurde. Nach einigem Staunen ging er wieder an seine Arbeit, musste jedoch bald wieder aufblicken. Da sah er, wie drei glänzende silberne Löffel auf den Tisch gelegt wurden, zwei an die beiden Ecken des Tisches und einer in die Mitte des Halbkreises, den der Rand des Tisches bildete. Da wurde es ihm wunderlich zu Mute. Er sprang auf und davon. Wäre er geblieben, so hätte er wahrscheinlich sein Glück machen und die Seefräulein erlösen können.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
