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sagen:sagenschwaben069b

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Die Erdmännle bei Dornhan 2

Einst lag die Frau eines »Erdemännle« in Kindesnöten. Da kam das Männlein nach Dornhan gelaufen und holte eine Hebamme. Die wurde mit verbundenen Augen in die Höhle und an das Bett der Frau geführt, und nachdem sie derselben ihren Beistand geleistet hatte, verband ihr das Erdmännle abermals die Augen und führte sie wieder hinaus und sagte: »Geld hab ich keins. Statt dessen aber nimm dies Büschel Erbsenstroh mit!«

Das nahm die Hebamme und legte es auf die Schulter.

Als sie es jedoch eine Strecke getragen hatte, dachte sie: »Was sollst du mit dem Erbsenstroh machen?« Und warf es fort. Nur ein paar Ranken blieben an ihr hängen, und die waren in lauteres Gold verwandelt, als sie heimkam. Daraufhin hat sie umsonst nach dem ganzen Büschel gesucht.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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