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sagen:sagenschwaben058

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Die Scherben an der Mauer

  Eine mündliche Überlieferung aus Reutlingen

Zwei Schwestern aus Reutlingen gingen einmal in den Garten. Als sie hier an der alten Stadtmauer etwas abkratzten, so rollten einige zerbrochene Scherben hervor, die sie auflasen und in ihre Taschen steckten. Da rollten aber immer mehr Scherben herunter, dass ihre Taschen zuletzt ganz voll davon wurden, und sie hatten so große Freude daran, dass sie alle mit nach Hause nahmen. Als der Vater, der ein Bäcker war, am anderen Morgen die schweren Kleider der beiden Mädchen in die Hand bekam, rief er ganz ärgerlich »die Teufelskinder haben schon wieder Steine im Sack!« und langte in die Taschen, um sie fortzuwerfen. Da waren aber lauter »Bärenfünfzehner« (Fünfzehn-Kreuzerstücke) darin.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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