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sagen:sagenschwaben055

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Blätter in Gold verwandelt

  Eine mündliche Überlieferung aus Fridingen

Auf der Altstadt bei Mühlheim an der Donau hat einmal eine Frau gelebt, die ist so arm gewesen, dass sie nichts als eine einzige Ziege mehr gehabt hat, und die sollte ihr am folgenden Tage verkauft werden, weil sie eine kleine Schuld nicht bezahlen konnte. Da zog die Frau ganz traurig mit der Ziege in den Wald und dachte: Es ist heute das letzte Mal, dass du sie hütest und sie dir Milch gibt.

Es war aber schon spät im Jahre und wenig Futter mehr zu finden. Das Laub fiel schon von den Bäumen. Da bemerkte sie einen Strauch, der hatte oben noch ganz schöne frische Blätter, und weil die Ziege sie nicht erreichen konnte, so streifte die Frau die Blätter ab und wollte sie der Ziege geben. Allein statt der Blätter hatte sie plötzlich eine ganze Handvoll blanker Goldstücke, durfte nun ihre Ziege behalten und war gerettet aus aller Not.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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