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Die goldene Krott
Mündliche Überlieferung aus Deizisau
Zwischen Esslingen und Deizisau, eine Viertelstunde vor dem letzteren Ort, befindet sich am Weg ein Hügel, der sogenannte »Burgstall«, wo früher ein Schloss gestanden haben soll. Hier geht ein großer, riesenhafter Mann um.
In dem Hügel sind ungeheure Schätze verborgen. Sie liegen in einer Truhe, auf der ein weißer Pudel sitzt und ein Bund Schlüssel im Maul hält. Daneben befindet sich die »goldene Krott« (Kröte), die sehr groß sein soll.
Einige haben gesagt, diese Schätze könnten nicht eher gehoben werden, als bis die Krott ganz übergoldet sei. Daran fehle aber noch immer etwas, weshalb auch alle Nachgrabungen und Erlösungsversuche ohne Erfolg gewesen sind. Der verstorbene Lammwirt aus Deizisau hat viel Geld darauf verwendet.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
