Das alte Dorf Engelgau
Jansen, Engelgau
Das Dorf Engelgau ist etwas fortgerückt; es steht nicht mehr da, wo es in alter Zeit stand. Damals stand es mehr nach Osten (Richtung Frohngau), oben auf der Anhöhe, wo es „em Koppsjade“ heißt. Da stand noch bis vor einiger Zeit ein altes Mauerwerk. Auch auf dem Henzeberg (Heinzenberg, Nähe Birkenheck) südlich von Engelgau finden sich „ruede Schervele“. Nicht weit vom Koppsjade liegt ein schön gemauerter Brunnen; obwohl er so hoch sich befindet, wird er auch im heißesten Sommer nicht trocken. Man sagt, er habe in alter Zeit mitten im Dorf gelegen. Neben dem Koppsjade heißt eine Stelle „op däm Jödde “ Kerchhoff„ (kleiner Hügel am Ortsausgang Richtung Frohngau).
Ein Mann, der dort grub, stieß auf Gräber, die aus großen Steinplatten bestanden. Neben den Gebeinen der Toten lagen alte verrostete Messer und anderes. In einem Grabe fand sich ein Rosenkranz, dessen Körner verschieden gefärbt waren, auch Bleiknotten, wie man sie in dem Bleibergwerk zu Kallmuth findet. Das alte Engelgau soll im Krieg zerstört worden sein; deshalb hat man es später nach unten angelegt, dort, wo es heute noch steht.
Quelle:
- Gottfried Henßen: Sagen, Märchen und Schwänke des Jülicher Landes, 1955, Nr. 342
