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sagen:sagenbuchlausitzii-107

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Wie die Bibersteiner zu Forsta christlich wurden

  Loocke, Gesch. von Guben S. 41.

Als im Jahre 1173 der Kaiser Friedrich Barbarossa zu Goslar Hof hielt, sandte er zween Ritter von seinem Hofe, den Abraham von Metzrad und Wolf von Seelhausen zu dem Boleslaus von Biberstein zu Forsta, welcher damals noch der heidnischen Religion zugethan gewesen, um ein streitiges Land zu untersuchen. Da diese beiden Ritter sich zu Forsta aufgehalten, haben des von Biberstein beide Töchter Lamina und Lucia eine so heftige Liebe und Neigung gegen die christlichen Ritter empfunden, daß sie sich durch ihre Kammerfrauen denselbigen entdecken ließen. In solch heimlichem Liebeshandel haben die Ritter ihren Damen die Süßigkeiten der christlichen Lehre gepredigt und sie heimlich getauft, wonach dieselbigen auch den alten Herrn von Biberstein bewogen, die heilige Taufe anzunehmen.

Darauf haben sich die Liebespärchen ehelich und christlich verbunden und hat zu jener Zeit solch Beispiel viel Nachahmung gefunden.

Anmerkungen: Der Teufel holt zu Forste einen Soldaten, s. I. 122.

Quelle: Karl Haupt, Sagenbuch der Lausitz, Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862


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