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sagen:sagenbuchlausitzi-187

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Der blutende Geist

  Gräve, S. 194.

Als am 6. Juli des Jahres 1698 Heinrich Karl Joachim, Rittmeister auf Sarisch, und Jakob auf Zescha, Gebrüder von Theler bei ihrem Vetter Wolf Ehrenreich von Theler auf Neschwitz, unweit Budissin, bei einem freundschaftlichem Gastmahle waren, erhob sich zwischen diesen erstgenannten Beiden ein Streit über politische Meinungen, welcher so heftig wurde, daß dieselben in ein Nebenzimmer gingen und die Degen zogen. Der Wirth Wolf Ehrenreich, dieses bemerkend, eilte ihnen nach, um Frieden zu stiften, redete zur Sühne und ergriff, sich unter die Kämpfenden werfend, einen Stuhl, wobei er von einem der Zornwüthigen einen Stich erhielt, an dessen Folgen er am andern Tage starb.

Seitdem erscheint zuweilen auf dem alten Schlosse zu Neschwitz im sogenannten Orangenhause während der Mitternachtsstunde der Getödtete als eife bleiche abgehärmte Gestalt voller Blut, welche um das Schloß herum geht und dann mit einem tiefen Seufzer wieder verschwindet.

1)

Quelle: Karl Haupt, Sagenbuch der Lausitz, Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862


1)
Anmerkung Sagenwiki: Conrad Heinrich von Theler auf Neschwitz war zur betreffenden Zeit Besitzer des Schlosses Neschwitz und verkaufte es noch im Jahre 1698. Von 1708 bis 1720 hatte Georg Bernhard von Theler Streitigkeiten mit Schack von Rumohr über den Verkauf von Neschwitz. Dessen Sohn aus zweiter Ehe, Georg Wilhelm von Rumohr, kursächsischer wirklicher Kammerjunker, wurde 1734 im Duell erstochen. Wikipedia
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