<<< vorherige Sage | VII. Wundersagen | nächste Sage >>>
Verschiedene Zeichen deuten auf die Gründung Johanngeorgenstadts
Engellschall, Beschreibung der Exulanten- und Bergstadt Johanngeorgenstadt. Leipzig, 1723, S. 28. Lehmann, Hist. Schauplatz. S. 402
Ein Köhler war kurz vor Erbauung von Johanngeorgenstadt auf dem gegenüberliegenden böhmischen Berge eingeschlummert. Hierauf aber hat er ein so starkes Geläute auf dem Fastenberge, worauf jetzt die Stadt steht, vernommen, wie sonst nur in einer Stadt gebräuchlich ist. Darüber ist er nicht nur aufgewacht, sondern er hat sich auch wachend nicht zu fassen gewusst.
Der letzte evangelische Lehrer zu Platten, mit Namen Johann Jahn, hat einstmals einen Traum gehabt, als wären vom Joachimsthaler Wege Wagen gerasselt gekommen, deren Deichseln alle auf den Markt zugegangen, hernach wäre ein großes Wasser und rauschende Flut gekommen und hätte alles in den Grund hinabgeschwemmt.
Am Fest Maria Heimsuchung, als am 2. Juli des Jahres 1648, sahe man zu Breitenbrunn frühe unter der Predigt gegen den Fastenberg zu, auf welchem sieben Jahre später die Stadt gegründet wurde, in der Wolke eine Stadt aufgehen, und vor der Stadt einen Gottesacker liegen, darauf zwei Totenbahren standen, und in der Mitte ein grüner Baum.
Quelle:
- Dr. Joh. Aug. Ernst Köhler:Sagenbuch des Erzgebirges, Verlag und Druck von Carl Moritz Gärtner, 1886.
