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Sage vom Jagdunfall in Kommern

  nach Peter Esser im Eifelkalender 1951 des Eifelvereins

Bei den ausgelassenen Erntedank-Feierlichkeiten im Jahre 1678 auf dem Mechernicher Becherhof waren die Untertanen aus der Umgebung eingeladen. Das Fest ging am Hubertustag in eine großangelegte Treibjagd über, bei der die Dörfler von Kommern, Breitenbenden, Burgfey, Katzvey, Schaven und Mechernich als Treiber fungierten, zu der aber auch 17 „Edle“ aus der ganzen Eifel eingeladen waren – unter anderem die Herren von Blankenheim und Schleiden sowie Nideggen und Neuerburg, die Bergbaubetreiber von Mechernich und Wilhelm von Vianden. Gerhard Kessel von Nürburg, der Herr von Bech, führte die Hatz.

Als die Dämmerung einsetzte war die Jagd längst vorbei. Man traf sich am Sammelpunkt oberhalb der Feyermühle. Aus den Augenwinkeln nahm Gerhard, der Herr von Bech, eine Bewegung im Halbdunkel an der alten Landstraße von Mechernich nach Flamersheim war. In der Meinung in dem grauen Schemen einen verletzten angeschossenen Keiler zu erkennen, legte er an und schoss – und traf seinen jüngeren Bruder Dietrich tödlich.

Reuevoll lies der Todesschütze an jener unglücklichen Stelle ein Sühnekreuz errichten, wurde aber dennoch seines Lebens nicht mehr froh. Er soll den Becherhof und die Eifel verlassen und als klösterlicher Domherr nach Hildesheim gegangen sein.

Anmerkungen: Mechernich, 05.02.2021 – Alle 30 Jahre kommt das Sühnekreuz im Hombusch zwischen Feyermühle und Burgfey in den Medien vor. Zum Beispiel 1928 nach einem großen Waldbrand, als der Mechernicher Heimatforscher Hubert Roggendorf den Fortbestand der Gedenkstätte rettete.

1951 wurde im Heimatkalender des Kreises Schleiden an jenen „Jagdunfall“ erinnert, dem am Hubertustag des Jahres 1678 Dietrich Kessel von Nürburg an dieser Stelle zum Opfer gefallen sein soll. Im gleichen Jahr veröffentlichte Peter Esser im Eifelkalender des Eifelvereins eine sehr romanhafte Schilderung der tragischen Ereignisse.

1990 war es dann der Mechernicher Regionalhistoriker Erich Stoffels, der mit dem im „Kölner Stadt-Anzeiger“ an das Kreuz erinnerte und berichtete, dass der Ritter der Nürburg vermutlich bei seinem Bruder, dem Herrn Gerhard von Bech (Becherhof) in Kommern zur Jagd eingeladen war, als der tödliche Schuss fiel.

Das Kreuz ist inzwischen in die Mechernicher Denkmalliste eingetragen worden und wird auch vom Eifelverein in seinen Wanderrouten und von der Nesselrodeschen Forstverwaltung im Internet ausdrücklich aufgeführt. Seine GPS-Koordinaten lauten N 50° 35,400′, O 6° 40,890′. Zurzeit ist das historische Buntstandsteinkreuz kaum vom Weg aus zu sehen und ringsum von Kiefernwald zugewachsen. Der linke Arm des Sandsteinkreuzes ist „abgeschlagen, der Schaft in einen breiten Fuß auslaufend, konkave, zurückversetzte Armstützen am unteren Querbalken, im Kreuzungsfeld eine erhabene Darstellung (Wappenschild?), im Kopf, Arm-Enden und Schaft mit weiteren Einrillungen, Rückseite glatt“, heißt es in einer Denkmalbeschreibung im Internet.

Quelle: www.eifelschau.de; abgerufen am 30.01.2025


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