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Wo ist Napoleons Kriegskasse?

Napoleons Hut, der berühmte Zweispitz, war jüngst im Berliner Zeughaus zu besichtigen, seine Wärmflasche, wenn es denn seine war, findet der Museumsbesucher in Luckau. Aber seine Kriegskasse?

In den Legenden der Lausitz und des Elsterlandes ist von der Wärmflasche nie die Rede, selten vom Zweispitz – aber viel von der Kriegskasse des korsischen Welteroberers. In Wartha bei Hoyerswerda steht ein granitenes Sühnekreuz, lange schon mit nur einem Arm und eine Sage erzählt: hier wurde ein französischer General exekutiert, der sich 1813 mit dem Geldschatz aus dem Staube machen wollte.

Bei Calau, wo sich der Weg zwischen Cabel und Gosda nach Weißagk gabelt, liegt der Franzosenstein - hier soll die französische Soldkiste vergraben worden sein.

In der Gegend zwischen Finsterwalde, Herzberg und Bad Liebenwerda bieten sich der Sage nach gleich mehrere Gewässer an, in die der Wagen mit der Kriegskasse gestürzt sein soll. Mancher Abenteurer forscht danach wie nach dem Bernsteinzimmer.

In Luckau jedoch scheint wenigstens ein Teil der berühmten Kasse geblieben zu sein. Die Sagensammler Scharnweber und Jungrichter überlieferten die Geschichte von den französischen Soldaten, die nach dem Gefecht bei Luckau mit der Kriegskasse durchs Moor fliehen wollten und steckenblieben. Ein Luckauer Bäckergeselle half ihnen heraus - unter der Bedingung, dass ein Teil der Kasse ihm gehören sollte. Das geschah.

Er versteckte den Schatz unter einer Weide, holte ihn später hervor, kaufte die Mehrvorräte der Stadt und wurde ein steinreicher Mann. Von seiner Sippe und der Kriegskasse muss es also wohl herrühren, dass einige Bäcker der Gegend auch nach einer viel späteren Änderung der Machtverhältnisse einen zweiten und gar einen dritten Bäckerladen eröffnen konnten.

Quellen:


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