Die Sagen vom Goldborn
Schweizen gibt es in Deutschland einige, eine Fränkische, Sächsische, Holsteinische Schweiz und in der Lausitz eine Bucksche und eben auch die Calauer Schweiz. Und da gibt es den Ort Werchow, diesen Ort bezeichnet man gern als „Tor zur Calauer Schweiz“. Und hier in diesem Ort gibt es den „Goldborn“, die größte Naturquelle der Niederlausitz. Der Name der Quelle geht auf die gelblich-gold-farbenen Eisenoxidablagerungen zurück. Das daraus sprudelnde Wasser zeigt, besonders wenn die Sonne darauf scheint, dass auf dem Grund der Quelle anscheinend Gold zu sehen ist. So ist es nicht verwunderlich, das es auch zu diesem Goldborn einige Sagen gibt. Nachfolgend zwei von den Sagen:
1. Einst hatte sich in früherer Zeit eine schöne Gräfin bei einem Jagdausflug an einem heißen Sommertag verirrt. Sie ritt ziellos durch die Wälder bei Werchow und war dem Verdursten nahe. Da gelangte sie an die eine erfrischende Quelle. Nachdem sie sich selbst daran erquickt hatte und auch ihr Pferd versorgt war, warf sie aus lauter Dankbarkeit ihren goldenes Ringlein in die Quelle und fortan schimmerte der Born golden im Sonnenschein.
2. In Werchow lebte einst ein Bauer, der nachts keinen Schlaf fand, weil ihn das Rauschen der nahen Goldbornquelle davon abhielt. Eines Nachts, als er sich wieder einmal ruhelos umherwälzte, hatte er eine Idee. Er sprang aus dem Bett, spannte zwei Ochsen an und lud einen riesigen Mühlstein auf einen Karren. Diesen mussten die Ochsen zum Goldborn ziehen. Der Bauer versenkte so dann den schweren Stein in der Quelle. Daraufhin ist die Quelle stetig kleiner geworden und das Rauschen immer leiser, bis es ganz verstummt war. Nun konnte der Alte wieder ruhig schlafen. Noch heute tanzen in dunklen Nächten die Irrlichter dort, wo die Quelle einst gewesen war.
Quellen:
- Sagen aus Calau und Umgebung, Regia Verlag Cottbus
- Aufgespürt und aufgeschrieben vom Radduscher Ortschronisten Manfred Kliche im Vettschauer Mitteilungsblatt 01/2021
