Der Spuk auf der Burg
Der Geist des Wendenkönigs umschwebt seine verwünschte Burg, und wer etwas von dem Wendenkönig erzählt, dem bringt der Geist Verderben. Darum hüten sich die Leute in dem Dorfe Burg gar sehr, von dem Wendenkönig zu sprechen. Einst fuhren zwei Bauern aus Burg einen Wagen in der Weise von der Mühle nach Hause, dass der eine Bauer den Wagen zog, der andere aber schob. So kamen sie an dem Berge vorbei, auf welchem einst ein Schloss des Wendenkönigs gestanden hat. Da sah der jüngere von den Bauern plötzlich eine weiße Frau, in deren Begleitung ein Hund mit feurigen Augen sich befand. Der Hund trug in der Schnauze ein Messingschloss und aus dem Schloss strahlten Lichter hervor, in Wirklichkeit war es also von Gold. Der Hund forderte den jüngeren Bauern dreimal auf, das Schloss zu nehmen, der aber war ängstlich und nahm es nicht. Am anderen Morgen aber war er tot.
Quellen:
- Aufgespürt und aufgeschrieben vom Radduscher Ortschronist Manfred Kliche; Vettschauer Mitteilungsblatt 08/2020 (Jahrgang 30, Nr. 8)
