Die Sage vom Plon
Die Sorben und Wenden huldigen dem Hausdrachen Plon. Denn wenn jemand viel Korn in der Scheune hatte oder zu Geld gekommen war, hieß es gleich: Den hat wohl der Plon gebracht. Der Plon lebte - wenn die Bewohner Glück hatten - auf dem Dachboden des Hauses. Allerdings musste er mit Hirsebrei gefüttert werden. War er satt und zufrieden, dann brachte er den Leuten Reichtum. Es gibt viele Sagen über den Glücksdrachen, eine davon geht so: Der Plon hatte einem Bauern viel Geld herbeigeschafft und nun wollte der Bauer ihn wegen seiner Gefräßigkeit gern wieder loswerden. So hing er an einem Balken in der Scheune einen Strumpf auf, schnitt listig unten den Fuß weg und sagte zum Plon: „Eher kriegst du nichts zu essen, als bis du den Strumpf voll Geld wirst tragen.“ Weil aber das Ende vom Strumpf fehlte, wurde der Strumpf nie voll und der Plon verhungerte. Das Geld aber, das er dem Bauern gebracht hatte, wurde zu lauter Pferdedreck. Nur das Geld, das der Bauer verborgte, blieb richtiges Geld!
Quellen:
- Quer durch Brandenburg, Ferienzeitung, 2017
- Aufgespürt und aufgeschrieben vom Radduscher Ortschronisten Manfred Kliche im Vettschauer Mitteilungsblatt 05/2021
