Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:ohsb187

<<< zurück | VIII. Schätze, Schlangen, Drachen | weiter >>>

Der Topf mit Bohnen

Eine Lißberger Frau arbeitete im Feld, auf dem Seeacker. Sie wusste nicht, wie es zuging. Auf einmal stand ein alter Topf vor ihr, der war bis obenhin mit lauter alten verschimmelten Bohnenschalen vollgestopft.

Weil sie das unnütze Ding ärgerte, zerschlug sie den Topf aus Mutwillen mit ihrer Krauthacke. Da kam es ihr aber vor, als klänge es auf dem Boden wie Geld. Sie steckte deshalb ein paar Bohnenschalen in ihre Tasche, um einmal zuzusehen, was es damit gäbe. Als sie heimkam, waren es unterdessen dicke Silberstücke geworden mit uraltem, unbekanntem Gepräge.

»O«, sagte ihre Mutter, »warum hast du den Topf zerschlagen? Laufe flugs hin, vielleicht erhalten, wir noch etwas von dem Schatz.«

Aber das Laufen hätte sie aufstecken können. Der Schatz zeigte sich mit Nichts wieder an.

Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873


sagen/ohsb187.txt · Zuletzt geändert: von ewusch