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sagen:ohsb172

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Die Poilchesmühle zu Burkhards

Einem sechzehnjährigen Mädchen auf der Poilchesmühle zu Burkhards träumte es einmal, es sehe in der Kerselecke hinter dem Ofen Geld liegen und ein kleines graues Männchen darauf sitzen. Weil es sich sehr fürchtete, zog es die Decke über die Ohren und schlief weiter. Sein Ellervater aber, dem es morgens die Historie erzählte, hieß es in der nächsten Nacht achtpassen, ob das Gesicht wiederkäme, dann sollte es ihn anstoßen und aus dem Schlaf wecken. Es kam gerade so wieder, wie das erste Mal. Das Graumännchen saß auf dem Geld und winkte. Da gruselte es ihm noch viel mehr, dass es vor Angst nicht zu schweben (d. h. atmen), geschweige denn ein Wort zu sagen wagte. In der dritten Nacht sah das Männchen gar betrübt aus und verschwand mit Seufzen, als das furchtsame Mädchen auf nichts Acht hatte. Des Morgens beim Kehren der Stube aber fanden sich als Rest des Schatzes in jener Ecke neun nagelneue Kreuzer.

Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873


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