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sagen:ohsb171

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Der Molthüwel

Der Krämerkäth zu Eschenrod träumte es des Nachts dreimal hintereinander, sie sollte auf einen Platz in der Gemarkung gehen, wo man es auf den Riegeln nennt.

Dort werde sie an einem bestimmten Strauch etwas finden. Obwohl es Winter war, ging sie doch in einer mondhellen Nacht an den gewiesenen Platz, fand aber gar nichts, nur ein frischer Molthüwel (Erdhaufen, auch Maulwurfshaufen) ragte über die Eisdecke hervor. Ohne recht zu wissen, was sie eigentlich tat, nahm sie eine Handvoll Erde in die Schürze und warf sie, als sie heimkehrte, missmutig mit derselben in die Ofenecke. Am anderen Morgen, als sie sich anzog, schimmerte etwas darin. Sie schaute nach und fand zu ihrer großen Freude eine Handvoll große Taler da liegen.

Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873


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