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sagen:ohsb164

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Das Kind im Merlauer Schloss

Als das Schloss zu Merlau noch stand, welches ein stolzes Fürstenhaus war, wie kein anderes im Hessenland, sintemal es so viel Fenster hatte, wie Tage im Jahr, und eine solche Anzahl Gemächer und Kammern, dass man darin irre gehen konnte, war es in einer Stube nicht ganz richtig. Auf einen bestimmten Tag im Jahr hörte man da immer ein junges Kind jämmerlich schreien, als ob es am Spieß steckte, das war von seiner Rabenmutter, die es in Unpflichten geboren, hehlingerweise ermordet worden war. Auch befand sich darin eine doppelte Giebelöffnung, die vermochte man mit nichts zuzumachen. Dadurch soll der Teufel seinen freien Pass ins Schloss gehabt haben. Nur Erbsenstroh war dasjenige, womit man sie verstopfen durfte.

Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873


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