sagen:ohsb151
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In der heiligen Seif
In der heiligen Seif, dem sumpfigen Wiesgrund unter der Altenburg bei Sichenhausen, geht zur Nachtzeit ein grausiges Gespenst um. Es ist ein Weibsbild, schwarz bis zum Nabel und hat eine weiße Hülle (Haube) auf dem Kopf. Leib und Beine aber sieht man nicht. Wie ein halber Mensch schwebt es an jenem Platz an der Erde hernieder. Die Leute sagen, deshalb ginge es um, weil es bei Leibes Leben die Grenzen verrückt hätte, die dort von Kaulstos, Burkhards, Oberseemen, Herchenhain und Hartmannshain zusammenstoßen.
Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
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