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Die Lauster-Else
Die Lauster-Else war eine gefürchtete Hexe in Stornfels, die allen Menschen das gebrannte Herzeleid antat.
Als sie endlich den Weg alles Fleisches ging, freute sich das ganze Dorf und glaubte, es wäre mit ihr vorbei für immer, als man die Nägel in den Deckel der Leichte (Sarg) einschlug. Ehe es indessen auf den Kirchhof ging, blickte einer der beim Begräbnis Anwesenden zu einem Nachbarhaus. Heiliger Herrgott, da sah ja die gestorbene Lauster-Else leibhaftig zum oberen Stockwerk heraus, lachte grinsend und schnitt ihnen höhnische Gesichter. Als man die Leichte wieder aufmachte, war sie leer und niemand wusste, wo die Hexe hingekommen war, es müsste denn sein, dass sie des Teufels Großmutter hätte einen schönen Gruß zu bestellen gehabt.
Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
