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Der wilde Jäger zieht heimwärts
Hinter dem Bilstein, nicht weit von Metzelsborn und dem Oberhillers, blieben im Sommer zwei Gebrüder über Nacht, um frühmorgens weiter zu mähen. Es mochte elf Uhr herum sein, da hörten sie einen lauten Pfiff, dann noch einen. Erst wollten sie wieder pfeifen, dann ließen sie es, sie wussten nicht warum. Nun kam der wilde Jäger gefahren. Sie hörten ihn gauz nahe über sich, vor sich und neben sich. Er rief Juhu, Juhu, einmal schauerlicher als das andere Mal, und pfiff seinen Hunden. Sehen konnten die zwei nichts, aber die Hunde gauzten (bellten) hinter ihnen und sie hörten ihr Ge schnaufe ganz natürlich. So zog der wilde Jäger vorüber und nach seiner Gewohnheit wieder heimwärts zum Oberwald. Die Brüder fürchteten sich gerade nicht. Es wurde ihnen aber doch leichter ums Herz, als das Ding endlich aufhörte.
Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
