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sagen:ohsb005

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Der Ritter im hohen Michelstein bei Eisenbach

Auf dem hohen Michelstein, einem felsigen Waldabhang zwischen Stockhausen und Eisenbach, stand ehemals ein stolzes Schloss. Ein unterirdischer Gang führte von da nach Eisenbach, durch welchen die Ritter miteinander verkehrten. An verschiedenen Plätzen im Wald merkt man denselben noch, wenn man hart auf den Erdboden tritt, denn dann dröhnt es ganz dumpf von unten herauf. Viele Kostbarkeiten und große Schätze Geldes sind darin vergraben. Bisweilen sieht man hier einen hohen geharnischten Ritter auf weißem Ross, doch ohne Kopf, durch den Wald sprengen und im Michelstein verschwinden, in welchen außer ihm auch eine gar holdselige Schlossjungfer gebannt ist.

Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873


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