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Wolfswarte
Am Bruchberge und besonders in einer bestimmten Gegend desselben waren früher so viele Wölfe, daß, wer dort übernachten mußte, auf die Klippe, die deshalb Wolfswarte genannt wird, sich begab und dort ein Feuer anzündete, sie zu verscheuchen. Einstmals kohlte ein Köhler unweit der Wolfswarte, der erwartete vom Sonnabend bis Sonntag Morgen seine Frau, welche ihm Lebensmittel bringen sollte. Da sie auch am Sonntag Morgen nicht kam, so wollte er ihr entgegengehen, da begegnete ihm ein Wolf, der hatte die Schnauze voll rother Fasern, die waren von dem rothen Rocke der Köhlersfrau, welche er etwas weiterhin zerfleischt und getödtet hatte. Zuletzt wurden die Waldungen am ganzen Bruchberge wegen der reißenden Thiere, besonders der Wölfe, abgebrannt, und das ist der Grund, weshalb er noch jetzt an vielen Stellen so kahl ist.
Quellen:
- Sagen des Ober-Harzes und der Gegend von Harzburg und Goslar bis zur Grafschaft Hohenstein und bis Nordhausen, gesammelt und mit Anmerkungen herausgegeben von Dr. Heinrich Pröhle., 1853, Brockhaus Leipzig;
