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sagen:oberharz103

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Das Heringskämmerle bei der Wegsmühle

Eine Frau geht nach Goslar auf dem alten Wege und kommt über der Wegsmühle an dem Orte vorbei, der das Heringskämmerle genannt wird. Als sie scheu zur Erde blickt, in der Meinung, daß es hier nicht geheuer sein soll, wird sie eine ganze Menge Heringsschuppen gewahr. »Halt!« denkt sie, »da könnte etwas dahinter stecken«, und rafft sie zusammen in ihr Tuch. Unterwegs wird das Tuch so schwer, und wie sie nach Goslar kommt, hat sie lauter blitzblanke Mathier statt der Heringsschuppen. Auf dem Rückwege geht sie über den Stadtteich und siehe! da steht ein ziemlich neuer Topf auf dem Teichdamme. Sie guckt hinein und sieht darin zwar etwas Schmuz und Schmier, denkt aber »den kannst du noch gebrauchen« und nimmt ihn mit nach Hause. Wie sie nach Hause kommt, ist der Topf inwendig, so weit der Schmuz und Schmier gewesen ist, mit klammem, klarem Golde gefüllt und sie hat für ihr Leben lang genug daran, sodaß sie nicht wieder nöthig hat, nach Goslar zu gehen.

Quellen:


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