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Die Hexen vom Klausthal
Die Hexen ziehen am »Wolpersabend« (Walpurgisnacht) besonders als Katzen nach dem Brocken. Eine Frau und ein junges Mädchen aus Klausthal kamen einst am Walpurgisabend, Jede mit einem Korbe schwerbeladen, nach Klausthal heim und setzten sich an einen Kreuzweg, um zu ruhen. Da kamen unzählige Katzen, die nach dem Brocken zogen, sodaß das Mädchen sich vor Furcht hinter der Alten verkroch. Diese aber wurde von einer der Katzen bei Namen gerufen und erhielt den Auftrag, der Frau Steiger L. im Vorbeigehen zu sagen, »sie möchte den Tanz nicht versäumen«. Wirklich rief die Alte vor des Steigers Haus: »Frau Steiger L., sie möchte den Tanz nicht versäumen!« Da kam auch schon die Frau Steigerin als eine fette schwarze Katze aus dem Hause gesprungen und eilte dem Brocken zu.
Aus dem Klausthal war früher ein Fleischermeister Eschenbach, der war auf dem Schweinehandel gewesen und ist am Walpurgisabend zurückgekommen. Wenn es auf Klausthal heißt: Walpurgis, so wird geschossen – das haben die Klausthaler noch von ihren Alten. Da kamen viele Hexen an, und die vom Zellbach in Klausthal gewesen sind, die hat er gekannt, und die nahmen ihn am Kreuzwege in Haft, und er mußte sich verschwören, sie Niemand zu nennen. Wie er aber auf dem Sterbebette lag, da erzählte er's dem eisernen Ofen, und dadurch hat man's erfahren.
Quelle: Sagen des Ober-Harzes und der Gegend von Harzburg und Goslar bis zur Grafschaft Hohenstein und bis Nordhausen, gesammelt und mit Anmerkungen herausgegeben von Dr. Heinrich Pröhle., 1853, Brockhaus Leipzig;
