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sagen:oberharz083

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Das klausthaler Mädchen in Amerika

Es ist ein Bräutigam auf dem Klausthal gewesen, der ist hingegangen nach Amerika. Von da schrieb er an seine Braut, wenn sie hinkommen wolle, so möge sie kommen, sonst möge sie hier bleiben. Da packte die Braut auf und ging hin, da war der Bräutigam sogleich an der See und arbeitete da und sagte, er könnte sie nicht behalten. Da ging dies Mädchen fort und kam vor so ein Schloß, da ging es hinein. Da sagte der Herr zu seinen Dienern, nun sollten sie dem Mädchen gleich ein gutes Zimmer anweisen, wo es schlafen könnte. Und da hat sie so ein schönes Bett bekommen, das hat einen solchen Schwung gehabt von den schönsten Schwungfedern, daß es immer in die Höhe geflogen ist. Das Mädchen aber hat gedacht, sie wäre bei Räubern und diese wollten sie tödten. Allein am andern Morgen ließ der Herr sie rufen und fragte, ob sie freien wolle, und da sagte es, es könnte nicht freien, es hätte kein Bett und nichts. Da sagte der Herr, es solle nur sagen ob es freien wolle, da sagte es: ja, es wollte freien. Da freite der Herr sie und sie hat von da an immer im Bett mit Sprungfedern geschlafen, hat auch müssen sagen, was ihr untreuer Bräutigam für einen Tod sterben solle, und da hat er diesen Tod sterben müssen.

Quelle: Sagen des Ober-Harzes und der Gegend von Harzburg und Goslar bis zur Grafschaft Hohenstein und bis Nordhausen, gesammelt und mit Anmerkungen herausgegeben von Dr. Heinrich Pröhle., 1853, Brockhaus Leipzig;


sagen/oberharz083.txt · Zuletzt geändert: von ewusch