<<< zurück | Sagen der Bergstädte Klausthal und Zellerfeld | weiter >>>
Der Bergmönch vom Klausthal und vom Zellerfeld - 7. Sage
Es ist einmal ein recht armer Bergmann gewesen, dessen Frau kam nieder mit dem siebenten Kinde. Das hat ihm nun große Sorge gemacht, denn er hat schlechte Strosse gehabt und also hat der Lohn nicht reichen wollen. Eines Abends saß er mit seiner Frau trübselig zusammen, da klopfte es an die Thür. Gleich darauf trat Jemand recht fest auf und der Bergmönch kam herein, gab Beiden die Hand und sprach! »Ihr seid ehrliche Leute, ich weiß es, darum will ich euch aus der Noth helfen.« Damit gab er der Frau einen Packen Flachs, klar wie die Sonne, dem Manne aber gab er ein Stück Unschlitt, befahl ihnen auch Niemand etwas davon zu sagen. Damit verschwand er. Der Flachs aber hat nicht abgenommen und der Unschlitt ist nicht verbrannt.
Quellen:
- Sagen des Ober-Harzes und der Gegend von Harzburg und Goslar bis zur Grafschaft Hohenstein und bis Nordhausen, gesammelt und mit Anmerkungen herausgegeben von Dr. Heinrich Pröhle., 1853, Brockhaus Leipzig;
