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sagen:ludkisage67

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Ludkisage 67

  Seeritz

In Seeritz war einmal die Vogtsfrau mit noch mehreren andern Weibern nach der Wiese gegangen, um Heu zu machen; sie hatte ihr Kind mitgenommen und dasselbe bei einem Heuhaufen auf ein Grastuch hingelegt. Als die Weiber eine Weile geharkt hatten, hörten sie auf einmal eine zarte Stimme rufen: „Nimm auf das Wickelkind, Du stösst an den Dorand.“ Die Frauen sahen von der Arbeit auf und erblickten in der Ferne eine Menge Ludkis, welche etwas Schweres trugen. Bevor noch die Frauen recht wussten, was das eigentlich bedeute, sagte eine alte Frau: „Vogten, am Ende ist gar Euer Kind vertauscht.“ Und so war es. Als die Frauen nach dem Heuhaufen hinkamen, lag ein Wechselbalg auf dem Grastuche. Das richtige Kind hatten die Ludki gestohlen.

Quelle: Edmund Veckenstedt: Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche. Leuschner & Lubensky, Graz 1880


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