<<< vorherige Sage | Hessische Sagen | nächste Sage >>>
Die Frau von Einshausen
In der Gegend von Lollar hat vor alters das Dorf Einshausen gestanden. Es ist aber nichts mehr davon da. In dem Dorf war einmal morgens eine Frau zu einer Nachbarin gegangen und hatte sich ein Töpfchen mitgenommen, um sich darin Feuer zu holen. Die Kohlen waren in das Töpfchen getan, aber die Frau blieb stehen und schwätzte und schwätzte und konnte gar nicht fertig werden. Es wurde Mittag und noch war sie nicht fort. Endlich ging sie mit ihren Kohlen nach Hause, aber als sie ihr Töpfchen aufdeckte, so waren sie alle schon lange ausgegangen und kein Funken mehr zu sehen und sie konnte kein Feuer anmachen. Davon sagt man noch in selber Gegend, wann eins durch Schwätzen die rechte Zeit verpasst: »Das macht’s wie die Frau von Einshausen«, oder auch »bei dem geht’s wie bei der Frau von Einshausen.«
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Hessische Sagen, Leipzig, 1853
