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sagen:hsw241

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Der letzte Schönenberger

Ein Herr von Schönenberg, der sehr reich war, starb und hinterließ nur ein Kind, einen Knaben von zwölf Jahren. Die Witwe wollte dem Kind eine gute Erziehung geben lassen und nahm einen Lehrer an, welcher es in allem unterrichten sollte. Der Lehrer war aber ein böser Mensch, verliebte sich in die schöne Frau und dachte nur daran, wie er sie gewinnen könne. Als sie nun seinen Bewerbungen kein Gehör gab, beschloss er sich zu rächen, ging eines Abends mit dem Knaben aus und führte ihn unter allerlei Reden an einen tiefen Brunnen. Und als der Knabe sich auf den Rand lehnte, um in das Wasser zu schauen, fasste er ihn bei den Füßen und stürzte ihn hinab. Auf das Schloss zurückgekehrt, antwortete er auf alle Fragen nach dem Kind, er wisse nicht, wo es geblieben sei. Vergebens durchsuchten die Diener den Wald und die Gegend, und harrte die trostlose Mutter auf ein fröhliches Wort. Am anderen Morgen schickte sie in die Schule und ließ die Schulkinder auffordern, das Kind zu suchen. Diese liefen überall umher und kamen auch an den Brunnen. Da schaute eins hinein und sah des Knaben Hütchen auf dem Wasser schwimmen, worauf der Brunnen untersucht und die Leiche herausgezogen wurde.

Zum Dank dafür machte die Mutter eine Stiftung an die Schule, aus der jedes Jahr am Ostermittwoch jedes Kind, welches die Schule besucht, einen Stutzweck bekommt.

Quellen:


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