Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:hsw236

<<< vorherige Sage | Hessische Sagen | nächste Sage >>>

Die Frauen von der Glauburg

Soviel uns aus alten Sagen kund ist, wurde die Glauburg vor langer Zeit nach einer langwierigen Belagerung durch List und Betrug eingenommen. Da die Feinde nämlich mit Gewalt nicht zu ihrem Ziele kommen konnten, so befestigten sie Wachskerzen auf den Rücken von Krebsen, zündeten sie an und ließen die Tiere auf die Mauern zu kriechen. Als nun die erschrockenen Wächter all ihre Macht und Waffen auf dieser Seite der Burg sammelten, erstiegen die Feinde auf der anderen Seite die Mauern. Darauf kam man vergleichsweise überein, dass die Frau mit ihren Kindern und dem, was sie auf dem Rücken tragen könne, unangefochten die Burg verlassen dürfe. Da nahm sie ihren, durch Krankheit und die lange Belagerung schwachen Mann statt alles Gerätes auf den Rücken und ihre Söhne und Töchter an die Hand und ging also aus der Burg. Die Feinde wollten dies in Bezug auf ihren Mann nicht gelten lassen, da sie sagten, dass man nicht so übereingekommen sei. Da wanderte die Frau mit ihren Kindern und ihrem Mann zum Hof des Kaisers, welcher damals in Frankfurt war und flehte dessen Hilfe und Schutz an und er gewährte ihnen eine Zuflucht und Wohnung in der Stadt. Von ihnen aber stammt die adlige Familie derer von Glauburg ab, welche in Frankfurt stets eine der berühmtesten war.

Quellen:


sagen/hsw236.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1