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sagen:hsw185

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Schlangen ausgegraben

Einem Mann in Gedernheim träumte es zu mehreren Malen, er solle hinausgehen auf sein Baumstück und am dritten Kirschbaum linker Hand ein Loch hacken, so werde er ein Fässlein voll Geld finden. Anfangs kehrte er sich nicht an seinen Traum, doch als derselbe jede und jede Nacht wiederkam, ging er endlich hinaus und fing an, an dem beschriebenen Ort zu hacken. Es dauerte nicht lang, so stieß er auf etwas Hartes, und als er es herauszog, so war es richtig ein kleines Fässlein. Er schlug den Boden ein – da sah er, dass es ganz voll Blindschleichen war. Da wurde er sehr zornig und trug die Schlangen allesamt in den Bach. Eine davon war auf die Erde gefallen, die packte er, ohne es zu bemerken, mit einigem alten Reisig auf seinen Schubkarren und fuhr heim. Zu Hause aber, als er seinen Schubkarren ausleerte, fiel mit dem Reisig eine Geldrolle heraus und brach auf, dass die silbernen Taler auf dem Boden umherrollten. Da lief er schnell zurück an den Bach und suchte einen ganzen Tag lang nach den übrigen Schlangen, konnte sie aber nicht mehr finden. Die Taler hat er noch lange Zeit aufgehoben, und niemand kannte das Gepräge, das darauf war.

Quellen:


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