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sagen:hsw140

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Der letzte Kapuziner

In Fulda wollte man ein Krankenhaus für die Armen bauen. Da es an einem Lokal gebrach, so beschloss man, die Kapuziner aus ihrem Kloster zu entfernen und dies zum Spital einzurichten. Sie gingen auch gutwillig, einen alten Priester ausgenommen, der nicht wich, bis man ihn eines Morgens tot in seiner Zelle fand. Seitdem sahen die Krankenwärter ihn jedes Mal, wenn ein Kranker am Tode lag, zu dessen Lager treten und nicht eher weichen, bis die Seele geschieden war. Seitdem die barmherzigen Schwestern die Krankenpflege übernommen haben, erscheint der Geist nicht mehr. Als nämlich die Erste von ihnen bei einem Sterbenden wachte und der Geist sie erblickte, da verklärte sich sein Angesicht und wurde heiter. Er schritt mit segnender Hand der Tür zu und ließ sich nie wieder sehen.

Quellen:


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