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sagen:hsw099

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Die Haselgerten

Ein Wirt hatte einen Knaben von acht Jahren, welcher noch nicht laufen und noch nicht sprechen konnte, sodass es offenbar war, dass ein böser Mensch es dem Kind angetan hatte.

Eines Tages geschah es, dass ein Soldat bei dem Wirt übernachtete und von der Sache hörte. Da sprach er, er wolle die Hexe vertreiben, ging hinaus und schnitt sich drei in einem Jahr gewachsene Haselgerten. Des Abends ließ er sein Bett neben das des Kindes stellen und legte sich die Gerten zur Hand. Es dauerte nicht lange, so merkte er, dass die Hexe auf dem Knaben saß. Da sprang er auf und fing an mit Leibeskräften auf sie einzuhauen. Es wollte aber nichts helfen. Obwohl er gleich so lange zuschlug, bis die Gerten in Stücke brachen, so ging doch die Hexe nicht von dem Kind weg. Des anderen Tags schnitt sich der Soldat sechs Haselgerten. Damit schlug er die Hexe in der zweiten Nacht, doch es half so wenig wie beim ersten Mal, sie war nicht hinweg zu bringen. Am dritten Tag schnitt er sich neun Gerten und prügelte die Hexe damit ab, dass es eine wahre Freude war, doch es wollte immer noch nicht helfen. Da riss er endlich sein Schwert heraus und hieb es ihr dreimal über den Rücken. Das half. Die Hexe rief plötzlich ›’s a ist!‹ und entfloh. Das Kind aber konnte von dem folgenden Tage an gehen und sprechen.

Quellen:


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