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sagen:hsw062

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Tote Frau auf Rodenstein

Einem Bauern träumte, es kämen mehrere vornehme Damen in einer Kutsche vor sein Bett gefahren und gäben ihm einen bestimmten Ort an, wohin er kommen solle mit einer Hacke und einem Sack, der aus Garn gewoben sein müsse, das ein siebenjähriges Kind gesponnen habe. Nachdem er sich einen solchen Sack verschafft hatte, kam er zur festgesetzten Stunde hin und fand die Damen schon sein harrend, es war an dem Markstein vor der Burg Rodenstein. Der Frauen waren zwei, beide gar schön und weiß gekleidet, die gingen ihm voran auf die Burg zu. Sie hielten vor einem großen verschlossenen Tor an und kaum standen sie da, als der Schlüssel aus dem Gemäuer über dem Tor herabgelassen wurde. Als aufgeschlossen war, fand sich der Bauer mit ihnen in dem mit Gras bewachsenen Schlosshof. Da führten sie ihn in eine Ecke und hießen ihn ein Loch hacken. Er ging herzhaft an die Arbeit und es dauerte keine Viertelstunde, als er eine weiche Masse fühlte. Er griff einmal mit der Hand hin und da war es das Gesicht eines toten Körpers. Er nahm all seinen Mut zusammen und entblößte den Leichnam, in welchem er eine Frau erkannte, von der Erde.

»Jetzt steck die Leiche in den Sack«, sprachen die beiden Frauen, doch da ergriff den Bauern eine solche Angst, dass er sich nicht mehr halten konnte und Hals über Kopf davon lief. Zu Hause sank er ohnmächtig hin und verfiel bald darauf in Wahnsinn.

Quellen:


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