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Der Horst
Der Horst liegt östlich von Rudingshain nach dem Geißelstein zu, neben dran heißt man’s den wilden Berg. Da stand in alten Zeiten ein Raubschloss, von dem man noch Gemäuer sieht. Die Ritter, welche es bewohnten, pflegten denen eines anderen Schlosses, das auf der Feldkrücker Höhe stand, Zeichen zu geben, wenn Reisende in die Nähe kamen oder es überhaupt etwas zu plündern gab. Dann zogen sie gemeinschaftlich auf den Raub aus. Endlich kamen aber andere mit gewaffneter Hand über sie und zerstörten beide Schlösser.
Andere sagen, wie in uralter Zeit in dem Horst wilde Leute gelebt, die oft zu den Bauern aufs Feld kamen und ihnen arbeiten halfen. Wieder andere erzählen, zwei verwünschte Jungfrauen hätten den Horst inne. Die kämen mittags den Berg herunter und wuschen in dem Wasser, welches an dessen Fuße fließt.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Hessische Sagen, Leipzig, 1853
