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sagen:hsw024

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Das wilde Heer in der Küche

Die Hofreite in Brensbach, durch welche der Geist aus dem Schnellerts seinen Zug genommen haben soll, liegt im oberen Teil des Orts. Diese Hofreite und noch zwei andere, welche noch vor Jahren standen, waren im ältesten Baustil der Bauernhofreiten aufgebaut und schienen den ehemaligen Herren von Brensbach angehört zu haben.

Ein älterer Besitzer der Hofreite, durch dessen Scheune der Berggeist zog, war Willens, in aller Frühe aufs Feld zu fahren. Er sagte daher seiner Frau, sie solle früh aufstehen, um ihm sein Frühstück zu bereiten. Am Morgen, als er aufstand, um seine Pferde zu füttern, ging er durch die Küche und sah zu seiner Verwunderung noch ein großes Feuer im Herd brennen. Nachdem er das Vieh gefüttert hatte, ermahnte er seine Frau, aufzustehen, da sie noch genug Feuer genug im Herd habe. Als aber die Frau aufgestanden war und die Morgensuppe kochen wollte, fand sie keinen Funken Feuer weder im Herd noch in der Asche. Das Feuer rührte aber von dem wilden Heer, welches in der Nacht in der Küche gewirtschaftet hatte. Denn es war gar nichts Seltenes, dass die Geister nachts in diese Küche einkehrten, die Kessel über das Feuer hingen und kochten, endlich auch Schüsseln und Teller nahmen und Mahlzeit hielten. Im Jahr 1804 hat man dies zum letzten Mal wahrgenommen.

Quellen:


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