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Nächtlicher Reiter
Eine Frau aus der Haal, einem Hof in der Nähe des Schnellerts, ging abends spät noch außer dem Hause herum, da kam es ihr vor, als ob ein Mensch sie stark anhauche.
Als sie sich umschaute, sah sie, dass sie unter dem Hals eines Pferdes stand, auf dem ein Reiter saß. In ihrer Angst betrachtete sie weder jenes noch diesen näher, sondern lief in die Stube zurück.
Da sagten ihr die Leute, es habe eben dreimal an einen Pfosten geschlagen, dass die Fenster gezittert, welches der Schnellertsgeist stets zu tun pflegt, wenn er durch die Haal fährt.
In den Protokollen über des Geistes Erscheinen findet sich, dass die Mutter des dort wohnenden Bauern denselben Geist gesehen, wie er auf die Fenster zuritt, worauf es zugleich dreimal stark an dasselbe schlug. Als die Leute herausliefen, sahen sie wie gewöhnlich nichts, hörten aber am andern Morgen, wie der Geist vom Rodenstein kommend zurückfuhr.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Hessische Sagen, Leipzig, 1853
