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Der Reiter auf dem Schnellerts
Ein Förster in Stierbach erwartete eines Tags seinen Vorgesetzten zu einem forstlichen Geschäft. Da tiefer Schnee lag und der Oberförster lang auf sich warten ließ, glaubte jener zuletzt, derselbe werde nicht kommen und ging aus dem Wald nach Haus.
Da schaute er noch ein paar Mal durch das Fenster, von dem aus man eine Seite des Berges übersehen konnte, und bemerkte endlich einen Reiter, welcher den gewöhnlichen Burgweg ritt. Im festen Glauben, das sei der Revierförster, warf er schnell die Büchse um und eilte dem Reiter entgegen, aber zu seinem größten Erstaunen fand er diesen nicht nur nicht, sondern auch nicht die leiseste Spur eines Pferdes im Schnee, sodass kein Zweifel blieb, es müsse der Berggeist gewesen sein.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Hessische Sagen, Leipzig, 1853
