Warum die Grevesmühlener auch Krähen genannt werden
Vor langer Zeit waren die Wagen und Karren noch schlicht und einfach gebaut. Zu Erntezeiten verlor man deshalb nicht selten einen Teil des Korns. Eines Tages erklärte ein Durchreisender einem Grevesmühlener, dass man bei ihm daheim Weesbäume 1) auf den Wagen band und damit etwas gegen den Ernteverlust tat.
Der tatkräftige Grevesmühlener setzte diesen Ratschlag sofort in die Tat um. Doch band er aus Unkenntnis den Weesbaum quer auf das Fuhrwerk. Als der Wagen nun vor dem Stadttor halten musste, war das Dilemma für jeden erkennbar. Das Fuhrwerk mit dem meterlangen Baum passte nicht durch das Tor. Die Leute steckten die Köpfe zusammen und berieten stundenlang. So mancher Ratsherr wollte gar das Stadttor niederreißen und an anderer Stelle neu aufbauen.
Mitten in den hitzigen Diskussionen flog eine Krähe über den Ort des Geschehens und krächzte: „Scharp, scharp, sharp vöhr!“ („Scharf vor! – Das scharfe Ende nach vorn.) Der Bürgermeister erfasste dass eben gehörte als erster und wies den Bauern sofort an den Baum mit der Baumspitze nach vorn auf den Wagen zu binden. Kaum war dies geschehen konnte das Fuhrwerk seine Fahrt durch das Stadttor fortsetzen. Seitdem wurden die Grevesmühlener Bürger „Krähen“ genannt.
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