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sagen:fiwaspuk09

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Irrlichter im Lug

  Sagensammlung von M. Rothe

Ein kurzer, aber gerader Weg führte ehedem vom Dorfe Drößig zur alten Schneidemühle in der Kolonie der Nehesdorfer Pechhütte. Und da die Drößiger Bauern keine eigene Schneidemühle im Dorfe hatten, holten sie ihr ganzes benötigtes Baumaterial, das waren die dicken Balken, Bohlen und Bretter, aber auch die hölzernen Dachschindeln und sogar die hölzernen Pflöcke für ihre Häuser von der Nehesdorfer Schneidemühle, die sich gleich neben einer der Nehesdorfer Pechhütten befand.

Kurz vor der Nehesdorfer Pechhütte kam der Weg, der immer als Lugkweg bezeichnet wurde, aus dem Wald heraus. Und wie uns schon die Wegebezeichnung verrät, führte dieser Weg durch den Lugk. Das war einer der früheren Torfstiche der Nehesdorfer Bauern, der sich im Zuge der schnellen Verlandung rechts und links vom Wege als ein Moor ausbreitete.

Kam man des Abends dort vorüber, dann sah man manchmal in den lauen Sommernächten verschiedentlich eine kleine blaue Flamme über das vergraste Moor flackern. Aber wehe, der Wanderer wollte das Licht einfangen. Es verschwand augenblicklich und tauchte wenig später an einer ganz anderen Stelle wieder auf. Es war das Irrlicht und führte den Wanderer so in die Irre, und wenn dieser nicht aufpaßte, dann versank er im Moor Das manchmal im Sumpfe zu hörende Glucksen, soll das Luftholen der bereits im Moor versunkenen Personen sein.

Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2019. Nr. 9


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