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Holriggen bei Großkrausnik
Sagensammlung von M. Rothe
Gleich hinter Großkrausnik befindet sich ein etwas größerer Berg, der Fuchsberg. Und dann noch ein kleines Stück weiter nach Mitternacht zu erhebt sich in der allgemein ach so flachen Umgebung ein weiterer sandiger Höhenzug. Auf diesen beiden Höhen lebten früher die "Holriggen", so erzählten es immer und immer wieder die älteren Einwohner ihren Kindern und Enkeln. Die „Holriggen“ sollen kleine menschenähnliche Wesen oder vielleicht auch nur kleine Menschen gewesen sein, die auf diesen Hügelkuppen ihr Wesen trieben. Sie taten keinen Menschen etwas zuleide, pflegten aber im allgemeinen auch keinen direkten Kontakt mit den Menschen des nahen Ortes. So waren sie zwar etwas gefürchtet aber da sie niemandem etwas Böses taten, waren sie geduldet. Hin und wieder stellten sie den auf den angrenzenden Feldern arbeitenden Bauern auf einem Brettchen ein kleines Stückchen Kuchen und manchmal auch kleines Tässchen mit einer lieblich schmeckenden Flüssigkeit hin.
Einmal, es muß für diese kleinen „Holriggen“ vermutlich ein großes Fest in Vorbereitung gewesen sein, suchten sie den Kontakt zu dem Bauern, den sie bereits oft auf dem Felde nebenan gesehen hatten, und baten darum, daß er ihnen einmal einen großen Kuchenschieber ausleihen möge. Natürlich half der Bauer. Er brachte den „Holriggen“ den Kuchenschieber sogar bis zum Waldanfang mit. Sie bedankten sich recht höflich und versprachen ihm zu helfen.
Schrittweise, man merkte es kaum, kam der Bauer zu guten Ernten und konnte seinen Überschuß an Getreide, Mehl und Vieh mit leichtem Gewinn verkaufen. So ging das viele Jahre lang. Er half armen Menschen im Ort und war auch sonst sehr hilfreich. Irgend wann kam der Bauer dann auf des Rätsels Lösung. Die „Holriggen“ halfen ihm. Später, viel später kam einmal der Pfarrer des Dorfes zu ihm, und bat ihn um eine gewisse Geldmenge zum Bau einer Kirche im Ort. Der Bauer half ebenfalls, aber als die Kirche fertig war und die Glocken zu läuten anfingen, verschwanden die „Holriggen“, denn sie konnten das laute Schallen der Glocken nicht vertragen.
Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2018. Nr. 9
