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Der Thaler von Sallgast

  R. Scharnweber und O. Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau N.-L., Berlin 1933

Ein Mann aus Sallgast wollte sich Geld verschaffen, aber er wußte nicht, wie er es anfangen sollte, dabei wurde er immer ärmer, bis er zuletzt nichts mehr hatte. Da stahl er sich einen schwarzen Kater, denselben steckte er in einen Sack und lief damit zu Mitternachtszeit dreimal um die Kirche. Als er nun zum dritten Mal an die Kirchtür kam, stand plötzlich eine schwarze Gestalt vor ihm, die von ihm den Kater verlangte und ihm dafür einen blanken Taler gab.

Getröstet ging der arme Mann nach Hause. Aber den Taler wurde er nicht wieder los. So oft er ihn ausgab, so oft hatte er wieder einen anderen in der Tasche. Aber die Leute nahmen zuletzt kein Geld mehr von ihm an, denn sie meinten, das sei Sündergeld; er habe ja seine Seele dem Teufel verschrieben. So reich er auch jetzt war, so einsam und verlassen fühlte er sich. In einer stürmischen Nacht war er plötzlich verschwunden. Die Nachbarn machten mit Ruß drei große Kreuze an die Tür; aber niemand hat das Haus wieder betreten.

Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2022. Nr. 4


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