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Die Freimaurer von Dobrilugk
R. Scharnweber und O. Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau N.-L., Berlin 1933
An bestimmten Tagen im Jahre versammelten sich die Freimaurer in der Schloßkirche in Dobrilugk. In der nacht trieben sie dann ihr Wesen darin. Von der Kirche geht ein unterirdischer gang nach dem Dorfe Lindena, darin gehen sie entlang, damit man nicht sieht, wer zu ihnen gehört. Wo die beiden Kreuze in Lindena stehen, macht der Gang einen Knick. Er geht dann weiter nach Gruhno und endet auf dem Grundstück eines Töpfermeisters, der zu dieser Sekte gehörte.
In der Kirche steht, wenn sie drin sind, ein eiserner Sarg, in dem mußte jeder eine Nacht liegen, ehe er in die Gemeinschaft aufgenommen wurde. Wenn sie unterschreiben, müssen sie mit ihrem Blut unterschreiben. Die Freimaurer sterben an Unglücksfällen oder durch Selbstmord, und wenn einer gestorben ist, steigt schwarzer Rauch aus dem Schornstein des Logenhauses. Weil ihnen der Besuch in der Schloßkirche in Dobrilugk unbequem war, wollten sie sich das Schloß in Finsterwalde kaufen. Aber das bekamen sie nicht, und nun machen sie ihre Sachen woanders.
Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2021. Nr. 8
