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Die Kirche zu Nexdorf

  R. Scharnweber & O. Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau, Berlin 1933

Nexdorf lag früher im Sumpf. Nach Drasdo war der Weg mit Steinplatten ausgelegt und am Kuckuck ist ein alter Mann im Moor versunken. In katholischen Zeiten mußten die Leute bis nach Dobrilugk in die Kirche gehen. Der Weg, den sie benutzten, heißt noch heute der Klosterweg. Später gingen die Bewohner nach Buckowien zur Kirche.

Weil sie aber mit der Gemeinde Buckowien in Streit gerieten wegen der Kirchenreinigung und der Baugeldbeiträge, wollten sie sich eine eigene Kirche schaffen. Sie kauften den alten Schafsstall auf dem Gut in Hillmersdorf und stellten den auf der alten Dorfaue auf. Dort sieht man neben der Kirche noch den Brunnenkranz des Dorfbrunnens aus Rasenstein. Den Schafstall richteten sie dann als Kirche ein.

Aber der Buckowiensche Pastor lehnte es ab, in der Kirche Predigt zu halten und so machten die Nexdorfer aus dem Schafstall eine Schule und der Prediger hielt seinen Gottesdienst nun in der Schulstube ab.

1816 brannte das ganze Dorf bis auf ein Wohnhaus und eine Scheune ab. An Stelle des abgebrannten Schulhauses baute man 1817 die jetzige Kirche auf, die um ein Drittel kleiner ist, als es die Schafstallschule war. Das kann man an den Fundamenten feststellen.

Quelle: E.H.Wusch: Sagen meiner Heimat, eine Sammlung mündlich übertragener Sagen der Lausitz


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