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sagen:durchs_gespenstertor

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Durchs Gespenstertor

Heisterbacher Tor Von Anton Krahforst, 1911

Kam ich des Abends spät von den Nöthener Tannen herunter. Dort, wo der Weg sich krümmt. Vorbei an den Gärten des Berghangs Und die Pforte sich zeigt In dem hohen dunklen Gemäuer, Fest gefügt vor langer Zeit, Zu schirmen des Städtleins Frieden; Und ich hemmte den Schritt wie gebannt Von dem nächtlichen Anblick.

Wehrhaft, die trutzige Stirne mit kantiger Haube bedecket, Steht ein Koloss, Mit des Raubtiers funkelnden Augen erspähend, Was sich naht aus dem Dunkel der Nacht. Einem Unhold vergleichbar, Schnaubend die Nüstern gebläht, und um den feurigen Rachen Struppig den Schnauzbart gewunden, Reckt’s triefend von Geifer Grausig die langen Arme Zu beiden Seiten des Weges, Droht zu verschlingen den Wagen Und seinen schlafenden Lenker.

Halt! Will ich rufen… Da dröhnt schon das holprige Pflaster der Straße Von dem Hufschlag der Rosse Und kündet die glückliche Durchfahrt.

Anton Krahforst, Kunsterzieher am St. Michael Gymnasium: Das Gespenstertor in Münstereifel. In: Eifelvereinsblatt, Februar 1911, Seite 34/35 Sophie Lange. Im Dunkel der Nacht, 2001 Seite 19

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