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<< Sühnekreuze | Buch: "Die Calauer Schweiz"

Die Legende von den „Teufelskrallen"

gehört zu den mittelalterlichen Bausagen und ist in verschiedenen der Örtlichkeit entsprechenden Ausschmückungen ziemlich verbreitet. Hierfür gibt es auch wieder mehrere Varianten der Erklärungen über die Entstehung der „Teufelskrallen“.

Der gemeinsame Inhalt dieser volkstümlichen Erzählungen trägt den Grundgedanken, dass der Dombaumeister angesichts der bevorstehenden Schwierigkeiten mit dem Teufel paktierte und ihm seine Seele verschrieb, wenn ihm der Böse dazu verhelfen würde, das Werk glücklich zu vollenden.

Nach der Fertigstellung wurde der „dumme Teufel“, wie das in Teufelssagen meistens der Fall ist von dem frommen Baumeister um den versprochenen Lohn geprellt.

In voller Wut schlug dann der Satan oder „Gottseibeiuns“ seine Krallen in die Mauern des Gotteshauses. Ob die Teufelskrallen als eine Art Talisman vom Baumeister selbst angebracht worden oder vielleicht auch das Ergebnis von „Kirchenstaub-Schürfungen„ sind, lässt sich nicht feststellen, weil es an darauf bezugnehmenden urkundlichem Material fehlt.

Beide Legenden verkörpern aber religiöse Grundanschauungen: das Gute im Gegensatz zum Bösen; Liebe und Treue gegenüber von Hass und Rache. Eine andere Möglichkeit der Erklärung: Ritter durften nur unbewaffnet die Kirche betreten, demzufolge könnte es auch sein, dass die Teufelskrallen Abschürfungen von Speeren, Schwertern und Messern sind.

Quelle: Günter Kalliske, Die Calauer Schweiz, REGIA-CO-WORK, 2019


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